Minergie-Haus Niggli-Luder, Münsingen

Minergie-Haus für Niggli-Luder

Simone und Matthias Niggli-Luder hatten klare Vorstellungen von ihrem Traumhaus: "Von Anfang an war klar, dass wir möglichst ökologisch bauen wollen", erinnert sich die 23-fache OL-Weltmeisterin. Auch die optische Anlehnung an den skandinavischen Baustil war beschlossene Sache: Simone Niggli-Luder verbringt trainingshalber jedes Jahr mehrere Monate in Schweden und ist dem Land verbunden. Basis für die Entwicklung des eigenen Hauses am Luchliweg in Münsingen war der schonende Umgang mit Boden und Ressourcen sowie eine energieeffiziente Bauweise. Ein weiteres grosses Anliegen war der Familie Niggli-Luder ein Raumkonzept, das die Bereiche Wohnen und Arbeiten optimal verbindet und gleichzeitig  von einander abgrenzt.

 

Strom selbst produzieren

Architekt Dieter Aeberhard Devaux von dadarchitekten setzte die Wünsche der Familie mit einer ausgewogenen Projektidee zu einem stimmigen Haus von rund 160 Quadratmeter Nettowohnfläche  um. Sein Vorschlag, ein Einfamilienhaus im Minergie-Standard zu erstellen, fand schnell die Zustimmung der Bauherrschaft. Geplant nach den Grundsätzen von Licht, Luft und Sonne, wurde das nachhaltige Haus aus Holzelementbauteilen errichtet: "Die Leute sind immer wieder verblüfft, wenn sie sehen, wie individuell mit vorfabrizierten Holzelementen gebaut  werden kann", schmunzelt Dieter Aeberhard Devaux. Auf dem Dach wurde eine vollflächige, in die Gebäudehülle integrierte Solaranlage installiert. Sie liefert die gesamte Energie, die das Haus benötigt - nämlich für die Heizung (eine Wärmepumpe), die Aufbereitung des Warmwassers (das wiederum von der Wärmepumpe aufgeheizt wird) und die Deckung der Stromversorgung. Das Plusenergiehaus produziert bis zu 30 Prozent mehr Energie, als insgesamt benötigt wird. Der "Überschuss" wird ins Netz gespiesen - denn Energie lässt sich bekanntlich nicht speichern. Simone Niggli-Luder gefällt die Idee: "Es ist ein schöner Gedanke, dass wir unseren Strom selbst produzieren."

 

Klassisches Handwerk und moderne Technologie

Der moderne Holzbau wurde in zwei Tagen aufgerichtet. Die gesamte Holzkonstruktion ist mit Schweizer Schafwolle isoliert und aussen mit einer lasierten Holzverkleidung aus Bergfichte vor Wind und Wetter geschützt. Aussenwände und Dach sind hinterlüftet konstruiert. Damit wird im Sommer ein grosser Teil der Strahlungswärme weggeführt und die dunkle Fassade vor Überhitzung geschützt. Das verbaute Holz stammt aus Schweizer Wäldern. Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert jährlich zirka 7500 Kilowattstunden Strom. Trotz des flachen Anstellwinkels von 5 und 10 Grad der Module werden über 95 Prozent des maximal möglichen Energieertrags erreicht.

Für Architekt Dieter Aeberhard Devaux war das Projekt eine spannende Aufgabe: "Die Kombination von klassischem Handwerk wie Holz, Kalkputz, Lehmfarbe und Schafwolle mit fortschrittlicher Technologie war eine der Besonderheiten dieses Hauses", berichtet er. Eine Herausforderung war der Standort: "Wir bauten mitten im Quartier, bestehend aus zahlreichen Herrschaftshäusern. Einblicke und Ausblicke mussten sehr gezielt gewählt werden, ebenso die Platzierung und Ausrichtung der Fenster, damit die Sonne möglichst effizient genutzt werden kann."