Im Kanton Wallis, auf 1200 Meter Höhe, baute sich Familie Markert zusammen mit dem deutschen Ökohaus-Pionier Baufritz ein Passivhaus, das völlig autark von der öffentlichen Stromversorgung ist. Nach zweijähriger Erprobung steht fest, dass die Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien möglich ist.

„Ich habe verschiedene, sich ergänzende Systeme eingesetzt, damit die Versorgung
das ganze Jahr über funktioniert“
, erklärt Hausherr Stefan Markert, Projektleiter für erneuerbare Energien, sein ausgefeiltes Konzept.

Für sein Engagement wurde er mit dem Schweizer Klimapreis geehrt. In der Hausfassade sind thermische Solarkollektoren zur Warmwassererzeugung und Unterstützung der Heizung integriert. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Nennleistung von 3 kWp, die im Garten in Süd-Ausrichtung aufgestellt ist, erzeugt den Strom für das 120 Quadratmeter große Einfamilienhaus. Die Bedingungen sind ideal: Die klare Bergluft, kaum Nebel, über 300 Sonnentage im Jahr und die Reflektion der Sonnenstrahlen durch den Schnee im Winter garantieren hohe Erträge.

„Das Solarenergie-Angebot ist so hoch wie im spanischen Katalonien“,
freut sich Stefan Markert.

Eine zusätzliche PV-Anlage mit 1 kWp baute er in die Fassade unter dem Balkon. Eine Kleinwindkraft-Anlage auf dem Dach sorgt für Strom, falls die Photovoltaik-Elemente im Winter zugeschneit sind – und das ist, 15 Kilometer Luftlinie vom Matterhorn entfernt, öfter möglich. Den Wochenbedarf speichert ein Batterieblock im Keller. Eine ausgefeilte Steuerung,
quasi ein Elektrizitätswerk im Miniformat, lädt und entlädt ihn. Durch eine kontrollierte
Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung wird der Energiebedarf minimiert.

Um die klimapolitische Wende auch beim Bau des Hauses zu realisieren, kam für die Schweizer Familie nur ein Passiv-Holzhaus des Ökobau-Spezialisten in
Frage.
Hier ist nicht nur die Konstruktion aus unbehandelten heimischen Hölzern, sondern
auch die 37 Zentimeter starke Voll-Werte-Wand mit eigens entwickelter, patentierter Bio-Dämmung aus Holzspänen. „Diese ökologische Hightech-Architektur ist klimaschützend und speichert über 43 Tonnen CO2, – ein schlagendes Argument", meint Stefan Markert.

Die steile Topografie des Grundstücks machte eine Stapelbauweise erforderlich. Eine Brücke verbindet das frei stehende Domizil mit der Straße. Im Obergeschoss, das zugleich Eingangsebene ist, liegen Wohn- und Küchenbereich, Hauswirtschaftsraum und Kinderzimmer. Über zehn Monate pro Jahr liefert die PV-Anlage mehr als genug Strom. Bei Dauerschneefall wird mit einem Holzofen gekocht, in dem ein Ceranfeld und Backofen integriert sind. Er erzeugt zusammen mit einer Wandheizung angenehme Strahlungswärme, und deckt den Rest der Raumheizung und Warmwassererzeugung ab, den die Kollektoren nicht liefern. Das Erdgeschoss nimmt drei Schlafzimmer, Bad und ein weiteres Arbeitszimmer auf. Im Untergeschoss sind Büro, Keller und Technikraum platziert. Dreifach verglaste Fenster erlauben spektakuläre Panoramablicke.

Das stringente Gesundheitskonzept des Allgäuer Unternehmens hat die Bauherren
ebenfalls überzeugt. Gefährliche PU-Bauschäume und Kleber sind tabu, denn alle Fenster und Türen wurden passgenau konstruktiv montiert.
Ein Team erfahrener Baubiologen und Gesundheitsexperten sorgen am Produktionsstandort Erkheim dafür, dass alle verwendeten Baumaterialien schadstoffgeprüft werden und somit „naturreine“  gesunde Wohnraumluft garantiert werden kann. Für sicheren Schutz der Hausbewohner vor Elektrosmog sorgt die patentierte Baufritz-Elektrosmog-Schutzebene, welche im Gebäude integriert wurde. Den Innenausbau übernahm die Familie weitgehend selbst. Sie verlegte Dielen, verputzte Wände mit Lehm und montierte einen Teil der Gebäudetechnik. Vor dem Einzug überprüfte Baufritz die ganzheitliche Bauweise des alpinen Objekts mit einer speziellen Luftschadstoff-Messung. Am Ende erhielt das Haus der Markerts ein Gesundheitszertifikat, das die Unbedenklichkeit der Baumaterialien und somit gesundes Wohnen garantiert.